Wochenende der Firmjugendlichen auf der Jugendburg Gemen
Kurz vor Beginn der wohlverdienten Sommerferien war es wieder so weit: Die Jugendlichen des diesjährigen Firmjahrgangs machten sich gemeinsam mit dem Katechet*innen-Team auf den Weg zur Jugendburg Gemen. Die historische Wasserburg mit ihrem Burggraben und der weitläufigen Außenanlage bot den idealen Ort, um Gemeinschaft zu erleben und sich intensiv mit dem Glauben auseinanderzusetzen.
Im Mittelpunkt des Wochenendes standen die biblischen Texte der Firmfeiern am 26. September. Anhand des Evangeliums versetzten sich die Jugendlichen in die Situation der Jünger Jesu. Gemeinsam gingen sie der Frage nach, warum diese sich nicht trauten, Jesus nach seiner Leidensankündigung zu fragen. Daraus entwickelte sich schnell die Verbindung zum eigenen Leben: Wann traue ich mich heute nicht, eine Frage zu stellen – und was hält mich davon ab?
In den Gesprächen wurde deutlich, dass Unsicherheit, Angst vor den Reaktionen anderer oder die Sorge, sich zu blamieren, oft Gründe dafür sind, Fragen unausgesprochen zu lassen. Das gemeinsame Fazit lautete: Nachzufragen ist keine Schwäche, sondern eine Stärke. Wer Fragen stellt, zeigt Interesse, lernt Neues und gewinnt Orientierung.
Am Samstag beschäftigte sich die Gruppe mit der Lesung aus dem Buch Sacharja. Darin möchte ein Mann die Stadt Jerusalem vermessen, stellt jedoch fest, dass sie so groß ist, dass sie sich nicht mit Mauern oder Maßstäben begrenzen lässt. Die Jugendlichen übertrugen dieses Bild auf ihre eigene Lebenswelt und fragten sich: Was macht eine Stadt lebenswert? Was brauchen Menschen, damit sie sich zu Hause wohl fühlen?
Besonders nachdenklich stimmte die Zusage Gottes: „Ich komme und wohne in eurer Mitte.“ Gemeinsam suchten die Jugendlichen nach Antworten auf die Frage, was die persönliche Mitte ihres Lebens ist und was einer Gemeinschaft Halt gibt.
In einer Zeit der eucharistischen Anbetung konnten sie diese Gedanken vertiefen. Dabei wurde erfahrbar, dass Christus in der gewandelten Hostie für Christinnen und Christen die Mitte des Lebens und des Glaubens sein kann – eine Mitte, die Orientierung schenkt, verbindet und trägt.
Mit vielen neuen Gedanken, guten Gesprächen und gestärkter Gemeinschaft kehrten die Jugendlichen schließlich nach Hause zurück. Das Wochenende in Gemen war ein wichtiger Schritt auf ihrem Weg zur Firmung und machte Mut, den eigenen Glauben immer wieder neu zu entdecken und gemeinsam Kirche zu leben.
(Simon Raabe)